Über die 700….

Am 13.07 flog der Nimbus seine bislang längste Strecke (während unserer Halterschaft). 700km OLC davon 660km angemeldet.

GEDSC DIGITAL CAMERA

Hammerwetter auf der Alb

GEDC0092

Abends über Ulm

 

GEDSC DIGITAL CAMERA

Heimgleiten durch tote Luft entlang des Starnberger Sees

GEDSC DIGITAL CAMERA

Wieder in Königsdorf

Advertisements

KDF -> EDQG -> KDF

Am 06. und 07. Juni flog der Nimbus von Königsdorf aus nach Giebelstadt und am nächsten Tag wieder zurück!

KDF_EDQG_KDF_01

Abb.1: Die Flugwege im Überblick – türkis der Hinflug, rot der Rückflug

Das Traurigste gleich mal vorne weg: Es gibt kein einziges Bild von der ganzen Aktion! Ein wahrer Jammer und wieder ein Grund endlich nach einer vernünftigen Foto/Video Austattung für den Flieger zu suchen….

Trotzdem will ich versuchen die Unternehmung in Worten und SeeYou Screenshots halbwegs zu dokumentieren, denn es wäre zu schade es nicht nachlesen zu können.

Zunächst einmal ein paar Worte zur Strecke an sich:

Königsdorf -> Giebelstadt und vielleicht auch wieder zurück, das sitzt mir schon bald ewig im Hinterkopf, genauer wohl seit der ersten Saison die ich bei der Akaflieg in Königsdorf geflogen bin, und das ist nun auch schon bald 8 Jahre her. Während meiner aktiven Zeit in Königsdorf hab ich es einmal geschafft auf die Alb zu fliegen (und wieder zurück nach KDF), nicht weil es über die maßen schwierig oder weit  ist, aber es muss halt irgendwie vieles zusammen kommen. ( Flieger, Wetter , Zeit , Lust usw. bei bestem Bergwetter macht man das natürlich nicht )

Das gilt nun gerade auch für die Strecke bis Giebelstadt, das sind Luftlinie gerade zu lächerliche 250km  jedoch fliegt man dabei durch mindestens 4 Wetterkasetten was es dann doch wieder extrem spannend macht.

Los geht es im unmittelbaren Alpenvorland das ich ungefähr vom Blomberg bis zur Nordspitze des Starnberger Sees als eine Einheit sehen würde.  Etwas speziell ist dann bereits das kurze Stück Übergangsbereich an Oberpfaffenhofen vorbei bis man um den München Carlie Richtung Augsburg einbiegen kann. Der Enge Korridor entlang von Starnberger See, Wörthsee und Ammersee ist sicher ein Leckerbissen für das Auge aber je nach Wind und Luftmasse unangenehm zu befliegen.

Hier beginnt der zweite Wetter- und Geländeabschnitt entlang des Lechs der zunächst mal eine breite Ebene mit beidseitigen Hügelzügen darstellt. Er läuft mehr oder weniger in die Donauniederungen bei Donauwörth aus die die Grenze zur Alb bilden. Dies ist der vielleicht entscheidende und auch trastischde Geländewechsel der auch meisten mit einem Basissprung und einer anderen Luftmasse verbunden sein kann.

Leider kann man der Alb nicht wirklich folgen sondern muss sie mehr oder weniger direkt queren um dann in die letze Wetterkasette, dem Fränkischen einzufliegen das bis zum Ziel und weiter reicht. Dieser letzte Abschnitt ist durch die Hügelzüge Steigerwald und Frankenhöhen zur östlichen und stark Landwirtschaftlich genutzen Ebenen im Westen gekennzeichnet die jedoch auch mit Waldgebieten und Tälern (z.B. Tauber) durchsetzt sind.

Als durchweg angenehm ist die Flugpatzsituation zu beschreiben. Es gibt nämlich nur wenige Abschnitte auf denen mann nicht mit einem Flugplatz als Landemöglichkeit unterwegs ist. Selbst bei recht tiefer Basis wie es an diesen zwei Tagen der fall war kann ich mich nicht erinnern je niedriger als 300m ÜBER Gleitpfad gewesen zu sein. Das ist insbesondere sehr erfreulich wenn mann ohne echte Anhängeroption unterwegs ist.

Abseits der Flugplätze ist das Streckenstück Königsdorf bis Oberpfaffenhofen wohl aussenlandetechnisch am schwierigsten. Die Wiesenlandschaft bietet zwar auf den ersten Blick viele einladende Felder, oftmals sind diese aber hügelich und mit Weidezäunen / Pflöcken durchsetzt. Gleiches gilt stellenweise für die kurze Strecke auf der Alb. Im Bereich des Lech und nördlich der Alb findet man je nach landwirtschaftlichem Bewuchsstand (also zumindest ausserhalb des Monats Juli). eine vielzahl guter Landefelder vor.

Doch nun zum tatsächlichen Flug.

Samstag 06.07.2013 KDF -> Giebelstadt

kdf_edqg_met_1

Abb.2: Toptherm & Toptask Prognose/ Analyse des Hinflugs. Auffällig ist der große Unterschied zwisschen progonstizierter und „gemessener“ Basishöhe…. teilweise fast 500m!

Abbildung 2 zeigt recht deutlich die Wettersituation am Samstag. Während in Franken und Badenwürttemberg eine relativ gute Luftmasse liegt muss der Süden und Osten Bayerns noch mit Restfeuchte kämpfen. Hinzu kommt ein strammer Ostwind mit bis zu 30km/h der das ganze Wochenende anhalten sollte. Durch diese beiden Komponenten war klar das vor allem der Abflug von Königsdorf der wesentliche Kanckpunkt des Hinfluges sein dürfte.

Obleich der Tag bereits ab dem frühen Morgen wolkenfrei war benötigte die Thermik relativ lange bis sie sich, von kleinen kurzlebigen CU’s markiert, zuverlässig entwicklen konnte. Der Schlepp erfolgt um kurz nach zwölf Ortszeit somit auch erst relativ spät, jedoch noch gut im Zeitplan. Direkt nach dem Ausklinken etwas südlich von Königsdorf kann der Nimbus mäßig steigen. Leider ist die Basis mit nur 1400m sehr mager und schnell erreicht. Immer mehr Entwicklung Richtung Norden zeigen jedoch an dass zumindest Thermik auf der geplanten Flugstrecke existieren sollte, allerdings sind die Cumuli nach wie vor sehr kurzlebig und vom starken Ostwind verblasen wodurch vorsichtig agiert werden muss.

Aus diesem Grund wird bis Oberpfaffenhofen ganze 10mal gekurbelt, immer schön obenbleiben, 50m draufkurbeln, 50m abgleiten…. bei gerade einmal 700m Höhe über Grund also vielleicht 350m Arbeitshöhe ist das kein Luxus.

Vorbei an Jesenwang werden die Bedingungen entlang des München-CHARLIE besser. Zwar steigt die Basis nicht nennenswert aber die Thermik ist leichter zu finden und kraftvoller. Der Weiterflug Richtung Norden scheint gesichert. Kurz vor Augsburg jedoch wird klar dass es vielleicht nicht ganz so einfach werden würde. Das nördliche Lechtal zeigt sich fast komplett blau und auch auf den normalerweise gut entwickelten Hügelketten beidseits des Flusses waren nur am Horizont, quasi kurz vor der Donau Wolkenzeichen auszumachen. Keine leichte Entscheidung die sofort in einem Krampfkurbler und zwei Haken im Flugweg führt bevor eine kleine Fluse die Distanz nur nächsten sicheren Thermik halbiert. Ich wage den Abflug, wenn nichts funktioniert dürfte die Höhe knapp nach Donauwörth-Genderkingen reichen, auf einen Acker habe ich keine Lust. Zum Glück wird nun schnell klar dass die dunstige Luft zur Donau hin der Einschätzung einen streich gespielt hat. Das blaue Loch ist mit nur 250m Höhenverlust durchquert und so ist der Nimbus noch komfortable 750m über Grund als die nächste Thermik einsetzt.

Aufrgund der allgemeinen Optik entscheide ich das Nördlinger Ries westlich zu umfliegen. Das bringt mir auch etwas Rückenwindkomponente beim Sprung auf die Alb. Zwei mal kann ich nun direkt an der Donau gut kurbeln und dabei erstmals bis auf 1600m NN steigen. Nördlich von Dillingen bringt mich ein guter Bart unter einer fast schon überentwickelten Wolke bis an die Basis. Ich drehe nach Norden und fliege unter der Wolke hervor. Etwas verdutzt schaue ich als klar wird das der nächste Gleitflug wohl etwas länger wird. erst nördlich vom Flugplatz Aalen-Heidenheim steht der nächste Cu…. danach sieht es aber wieder besser aus. 500m tiefer querab Aalen gelingt dann der Anschluss an die bessere Luftmasse…. gleichmäßig und rund geht es mit 2m/s nach oben, die Basis liegt hier  fast 300m höher als im Donautal.

Nun ist der weitere Weg einfach und es geht schneller voran. Fast jede Wolke bringt nun gute Thermik und in komfortabler Höhe führt der Weg der A7 folgend gen Norden. Kurz vor Rothenburg erreiche ich eine sichere Endanflughöhe nach Giebelstadt, es ist jetzt 1545loc. Zehn Minuten später kreuzt der Nimbus die Bahnverlängerung von Giebelstadt. Das macht knapp 3 1/2 Stunden Reiseflug viel schneller bin ich mit dem Auto normalerweise auch nicht, zumindest nicht wenn ich in Königsdorf losfahren würde.

Die Thermik ist immer noch gut und so hänge ich noch einen kleinen Schenkel Richtung Norden an bevor ich in Giebelstadt lande!

Die Prognose für den Sonntag sah zunächst ganz ähnlich aus.

kdf_edqg_met_2

Abb.3: Toptherm & Toptask Prognose/ Analyse des Rückflugs

… to be continued