Fliegen in Canada

Als kleines Nebenprodukt einer Dienstreise nach Montreal hatte ich Ende Juni die Gelegenheit in Kanada einige Stunden DuoDiscus zu fliegen. Möglich machte das ein spontaner Abstecher zum Montreal Soaring Council (MSC) und die einmalige Gastfreundschaft von Vereinsvorstand Greg dem hier auch nochmal ein besonderer Dank gilt.

Der Tag brachte nach einer vorangegangenen Störung eine frische aktive Luftmasse in die Gegend. Bereits auf dem Highway Richtung Ottawa konnte man aufrgund der grandiosen Wolkenoptik kaum die Augen auf der Straße halten.

Der MSC fliegt auf dem kleinen Grasplatz Hawksburry ungefähr auf halber Strecke zwischen Montreal und Ottawa. Das gleichnamige Städtchen liegt direkt am Ottawa River der den landwirtschaftlich genutzen Süden der Gegend vom nur sehr dünn besiedelten und dicht bewaldeten Norden abtrennt. Am Flugplatz gibt es einige Hangars, ein nettes Clubhaus und einen großen Campingplatz mit etlichen „mobile homes“ und campingwagen der Clubmitglieder.

Mir wird angeboten mit dem Vereinsduo der gerade von einem Passagierflug zurückkommt eine Runde zu drehen. Das lehne ich natürlich nicht ab, zumal Vereinsvorstand Greg der als Einweiser mitfliegen wird das ganze offensichtlich herrvorangende Wetter nur zugerne auch etwas länger genießen will.

Geschleppt wird mit einer urigen Stinson L19 und bereits nach wenigen hundert Höhenmetern lässt und die kräftige Thermik ausklinken. Der Anschluss nach oben ist problemlos möglich und auch der Sprung über den Ottawa River nach Norden kein Problem. Hier muss mann sich als Mitteleuropäer nun aber doch deutlich umstellen. Es ist doch ein etwas anderes Fluggefühl wenn die Nase einfach in Richtung NICHTS zeigt. Nichts im Sinne von Wald und Seen bis zum Horizont, und der scheint bei geschätzten 100km Sichtweite schier unendlich weit entfernt. Nur ganz vereinzelt gibt es hier noch Ansiedelungen, und für ernsthaften Streckenflug haben die Vereine der Region einen Aussenlandekatalog erstellt der die wenigen Landemöglichkeiten ausweist. Bei fast 10000ft Basis sind wir allerdings selbst 50km vom Flugplatz entfernt noch komfortabel im Gleitbereich und so könne wir uns ganz auf genießen dieses Herrlichen Flugtages konzentrieren.

Nachdem wir im Norden gewendet haben geht es zügig Richtung Ottawa RIver zurück und dann noch ein Stück Richtung Westen. Hier südlich des Flusses ist die Landschaft wieder deutlich vertrauter. Lediglich die Details der Bebauung und die Durchweg naturbelassenen Flußläufe machen klar dass man auf einem anderen Kontinent fliegt. Es ist mittlerweile ziemlich abgetrocknet und nur noch vereinzelte Cumuli weissen den Weg. Um kurz nach Fünf wenden wir über dem Flugplatz von Pendleton und machen uns auf dem Heimweg.

Nachdem wir noch einige Zeit im unmittelbaren Platzbereich zugebracht haben kommen auch die Überlandflieger nach Hawksburry zurück. Wir lass ihnen den Vortritt und landen schließlich als letzte nach fast 4 Stunden Flugzeit.

Mit einigen anderen Piloten lasse ich den tollen Tag auf der Terasse des Clubheims ausklingen. Das kannadische Bier ist erstaunlich gut und schnell ergeben sich viele interessante Gespräche. Meine Erfahrungen zum Thema Windenstart sind gefragt denn der ist nicht sehr verbreitet in Kannada aber steigende Benzinpreise zwingen gerade für die Schulung auch hier zum Umdenken. Ein Mitglied hat gerade die neue Lak17-21FES bestellt und weis interessantes zu berichten und schließlich finden wir auch noch heraus dass wir in Deutschland gemeinsame Fliegerfreunde haben… wie klein doch die Welt ist.

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